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Lippenpiercing

Lippenpiercing

Labret Piercing

Ein Labret-Piercing kann an verschiedenen Stellen um den Lippenbereich mittig, rechts oder links vom Mittelpunkt entlang der Unterlippe gestochen. werden. Möglicher Schmuck sind spezielle Labretstecker, Labret Stud, Circular Barbell, Curved Barbells oder ein Ball Closure Ring. Beim Circular Barbell liegen die Verschlusskugeln bei der optimalen Postion des Piercings außen am Ende des Stichkanals an und auf dem Lippenrot am anderen Ende. Der Schmuck eines Lapret-Piercings kann den Zahnschmelz und das Zahnfleisch schädigen wie bei allen Piercings im Mundbereich. Daher ist es zu empfehlen einen Stecker aus PTFE-Material zu verwenden um dieses Risiko erheblich zu mindern. Dieses Material ist relativ weich und biegsam und kann daher keine große mechanische Wirkung ausüben.

Vom Labred Stud sieht man nach dem Stechen des Piercings und einsetzendes Piercingschmucks meisens nur noch eine Kugel, die natürlich mit einer Spitze, bzw. Spikes oder einer Leuchtkugel usw. getauscht werden kann.
Standard ist hier eine Piercing-Stärke 1,6mm und eine Länge zwischen 6 und 12mm.
Das Labret läßt sich an verschiedenen Stellen um den Lippenbereich einsetzen, die bevorzugt gewählte Stelle jedoch ist der Mittelpunkt unterhalb der Lippe. Weitere Plazierungsmöglichkeiten sind die seitlichen Bereiche. Als Schmuck verwendet man meist einen Stecker mit Kugel und Platte. Diese Variation bietet durch die abnehmbare Kugel die Möglichkeit, mit unterschiedlichen Aufsätzen das Aussehen zu verändern. Eine weitere Variante stellt der Ring als Schmuckeinsatz in der Lippe dar. Dieser sitzt jedoch nicht direkt auf der Haut, wie es bei dem Piercingstecker der Fall ist, was sich nachteilig auf den Tragekomfort auswirken kann. So ist dieses Piercing nicht sehr alltagstauglich, denn man kann damit an Gegenständen hängenbleiben, außerdem stört es beim Essen oder Küssen. Nachdem der passende Schmuck ausgesucht wurde, wird die Lippenpartie ausgewählt. Dabei ist darauf zu achten, daß der Rand der unteren Zahnreihe nicht zu weit in den Lippenbereich hineinsteht. Diese anatomische Gegebenheit würde durch die Reibung zwischen Schmuck und Zahnpartie eine Rückbildung des Zahnfleisches zur Folge haben, was sogar zum Verlust der gefährdeten Zähne führen kann. In diesem Fall ist dringend von einem Labret abzuraten. Ist eine Stelle gefunden, wird diese mit einem Lokalanästhetikum eingerieben, welches eine kurze Einwirkzeit hat. In diesem Zeitraum wird die Außenhaut mit einem Desinfektionsmittel gereinigt. Der Mundraum sollte nach der Einwirkzeit mit einem Mundwasser gespült werden, um die Reste des Betäubungsmittels und andere Verunreinigungen im inneren Bereich zu entfernen. Die Instrumente die zum Einsatz benötigt werden, werden vorbereitet. Dabei ist darauf zu achten, daß nur sterile Materialien mit der Haut in Kontakt treten. Bei leicht geöffnetem Mund wird nun zuerst die zu durchstechende Lippenpartie mit der Zange fixiert und dann durch deren Öffnung durchgestochen. Dabei wird ein leichter kurzanhaltender Schmerz gespürt. Nach dem die Nadel entfernt ist, wird durch verbleibenden Schlauch der Erst-Schmuck eingesetzt, der ausschließlich in während des Heilprozesses getragen wird. Um Druckstellen an der Innenseite der anschwellenden Lippe zu vermeiden, wird ein Stecker mit ca. 1 bis 2 mm Überlänge eingesetzt. Das ist wichtig, denn zieht sich ein Stecker oder Ring erst einmal in die Schleimhäute hinein, kann das sehr schmerzhaft werden. Die Pflege bildet den wichtigsten Bestandteil nach dem Einsetzen, da nur so eine optimale Abheilung gewährleistet wird. Auch sollte man in den ersten drei Stunden auf  Zigaretten verzichten, da sich Nikotin nachteilig auf die Wundheilung auswirkt. Vom Dauergebrauch von Mundwasser ist abzuraten, da diese die Mundflora zerstören kann. Mundspülungen mit Kamille und/oder Salbeitee unterstützen die Heilung der Schleimheute sehr positiv. Die Abheilzeit beträgt in der Regel 4 bis 6 Wochen. Von einer hundertprozentigen Wundheilung spricht man allerdings nach diesem Zeitraum noch nicht. Diese benötigt meistens einen Zeitraum von bis zu 3 Monaten. Der Erstschmuck kann allerdings schon nach ca. 2 Wochen, wenn der Lippenbereich abgeschwollen ist ausgetauscht werden.

Vertikal Labret-Piercing

Ein vertikales Labret fängt unterhalb der Lippe an und tritt in der Mitte der Lippe im Lippenrot wieder heraus. Bei diesem Lippenpiercing ist die Gefahr des Einreißens des Lippenrots zu beachten. Es sollte ein Curved Barbell, anstatt eines Labret-Steckers einesetzt werden. Es können auch mehrere Labret-Piercings nebeneinander getragen werden. Diese symmetrisch angeordneten Piercings in der Lippe bezeichnet man als Venom-Piercings. Eine Platte im Mundinnenbereich wie beim gewöhnlichen Labret-Piercing trägt man bei diesem Piercing nicht.
Möglicher Piercingschmuck: Labret-Stecker, Piercing-Ring, Bananabell

Medusa Piercing

Das Medusa-Piercing ist eine weitere Form des Labret-Piercings. Der Stichkanal wird genau mittig oberhalb der Oberlippe gesetzt. Da besonders viele Nerven, auch die Nervenbahnen des Septum-Piercings auslaufen, ist es meist schmerzhafter als andere Lippenpiercings. NochTage nach dem Piercen kann es zu Schwellungen kommen und deshalb sollte der Stab des Piercings beim Ersteinsatz Überlänge haben. Nach der Abheilung des Piercings sollte er gegen einen kürzeren Stab ausgetauscht werden.

Möglicher Piercingschmuck: Labret Stud bzw. Labret-Stecker

Pflegehinweise Lippenpiercing


Für eine gesunde Wundheilung müsst ihr nach dem Piercen streng auf Sauberkeint und die richtige Pflege eures Piercings achten. Jedes Piercing ist anfangs eine offene Wunde, auch der Stichkanal im Mundinnenbereich und deshalb ein Angriffspunkt für Viren und Bakterien. Deshalb solltet ihr Berührungen mit schmutzigen Fingern vermeiden. Nach dem Piercen kann ein Bluterguß entstehen. Das ist völlig normal und kein Grund zur Besorgnis. Diese Schwellung geht schneller zurück, wenn ihr mehrmals täglich mit Eis kühlt, indem ihr einen Eisbeutel oder auch ein Tuch oder ähnliches, das ihr mit Eiswüfel füllt leicht an die eure Lippe hält. Es kann auch noch Tage nach dem stechen erst oder nochmals anschwellen. Salbei- und Kamillentee hilft euch den Mundraum zu desinfizieren und treibt die Wundheilung voran. Verzichtet ca. 3 bis 12 Stunden nach dem Piercen auf Zigaretten und Alkohol.
Den Stichkanal außerhalb des Mundinnenraums befreit ihr zweimal täglich von Sekreten und Krusten, indem ihr ein Wattestäbchen, mit euerm Wunddesinfektionsmittel vom Piercing-Studio beträufelt betupft damit leicht eure Wunde. Vor dem schlafen gehen, könnt ihr auch Jod oder geeignete Salbe aus der Apotheke auftragen.
Bevor ihr euren Stab oder Ring drehen könnt, muß er von dem Wundsekret befreit weiden, damit ihr nicht riskiert, das der Stichkanal aufreißt. Das führt zu Entzündungen und es kann nicht abheilen.

Der Stichkanal eures Piercings im Mundraum heilt bereits nach drei bis sechs Wochen. Die Schwellung geht schneller zurück, wenn ihr Eiswüfel lutscht und auch mit Kamillentee kühlt und gurgelt und den Mund 2x täglich mit einer desinfizierenden Lösung, die ihr in der Apotheke bekommt spült. Das solltet ihr nach jeder Mahlzeit tun. Verzichtet 3-12 Stunden nach dem Piercen auf Tabak und Alkohol. Früchte und Fruchtsaftgetränke, sowie säurehaltige Speisen sowie heiße Getränke solltet ihr während der Heilung meiden. Beobachtet euer Zahnfleisch, denn in ganz selteten Fällen kann an Stellen, an denen euer Piercingschmuck Kontakt mit dem Zahnfleisch hat, je nach Stärke des Drucks zu einer verminderten Durchblutung vom Zahnfleisch kommen. Euer Zahnfleisch wird dann weiß und zieht sich zurück. Das ist Zahnfleischschwund der im schlimmsten Fall eure Zähne lockern kann. Dann solltet ihr den Schmuck rausnehmen. Prüft in den ersten Tagen öfter nach, ob die Kugel eures Piercings fest zugedreht ist. Achtet darauf, das keine Cremes, Make Up oder andere Pflegemittel in den Stichkanal gelangen können. Solarium, Schwimbäder und Saunen solltet ihr ebenfalls während der vollständigen Abheilung meiden.
Piercingschmuck kann nicht jederzeit problemlos herausgenommen und wieder eingesetzt werden. Ihr müsst den Schmuck während der ersten 6 Monate immer tragen, abgesehen beim Austausch nach Abklingen der Schwellung gegen passenden Schmuck. (Euer Erstschmuck sollte wegen möglicher Schwellungen Überlänge haben und nach Abklingen der Schwellung gegen einen kürzeren Piercing-Stab getauscht werden.) Sollte euch das nicht möglich sein, zb. wegen einer OP oder ähnlichem, solltet ihr euch einen PTFE Stab einsetzen. Ansonsten ist ein unproplematisches Einsetzen eines Piercings nicht immer möglich. Dadurch können Entzündungen durch ein erneutes Einsetzen auftreten, wenn der Heilungsprozess der gepiercten Stelle bereits begonnen hat. Im schlimmsten Fall bedeutet es, ein erneutes Stechen des Piercings.
Euer Piercingstab sollte nicht zu lang sein, das sieht nicht nur unschön aus, sondern ihr könnt damit leicht irgendwo (Z.B. beim schlafen am Kopfkissen) hängenbleiben.
Das Piercing darf auch nicht zu kurz sein, denn selbst wenn es nur 1mm ist, wird durch den zu kurzen Stab euer Gewebe unter Druck gesetzt und schwillt an. Das kann im schlimmsten Fall eine Entzündung verursachen. Erst nach vollständiger Heilung dürft ihr neuen Schmuck einsetzen, damit es nicht zu Entzündungen kommt. Die Ausnahme ist der Tausch gegen einen passenden Stab, wenn durch Abklingen der Schwellung der Stab heraussteht.Verwendet immer ausschließlich speziellen Piercingschmuck. Je sachgemäßer ihr euer Piercing pflegt, desto besser und schneller ist die Wundheilung.


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