Der Anfang der Piercings geht ja schon weit zurück. Bei uns in Europa begann jedoch alles mit einem einfachen Ohrring. Schon kleine Mädchen wollten einen funkelnden Ohrtstecker tragen und später dann auch größere Creolen, Kinder Ohrringe mit lustigen Motiven und Ohrhänger usw. Nicht nur die Mädchen wollten ihre Ohläppchen mit schönen Ohrringen behängen. Es ist lange bekannt, dass sich schon 4500 vor Christi Männer wie Frauen Ohrringe stechen ließen. Der vielleicht älteste Träger von Ohrringe war der ägyptische Pharao Tutanchamun. Auch in anderen Kulturen war und ist das Piercen eine Methode, gesellschaftlichen Status zu zeigen.
Nicht nur beispielsweise um die Gütter zu huldigen, gab es teilweise auch religiöse Gründe. Die westliche Zivilisation entdeckte das Piercen erst in den 90er Jahren des letzten Jahrtausends. Neben dem Durchstechen des Ohrläppchens, das bereits lange Zeit lange etabliert war, entwickelte man nun auch andere vielfältige Methoden, den Körper mit Piercings zu schmücken. Kaum eine Körperstelle wurde ausgelassen. Zu den bekanntesten Piercings gehören Bauchnabelpiercings, Nasenpiercings oder auch Zungenpiercings, abgesehen von den traditionellen Ohrpiercings, die einfach schlicht weg Ohrringe genannt werden.
Piercings gelten in Deutschland leider offiziell als Körperverletzung. Man kann sogar wegen einem Piercing strafrechtlich verfolgt werden, denn sich ein Piercing stechen zu lassen, ist erst mit 18 Jahren ohne Zustimmung der Eltern erlaubt. Nicht nur der Minderjährige der sich ein Piercing ohne Einwilligung der Eltern machen läßt handelt rechtswidrig. Schlimmer trifft es den Piercer, der beispielsweise von einem Elternteil angezeigt wird, weil er einen Minderjährigen gepierct hat. Denn ohne Einwilligung der Eltern zu piercen ist strafbar. Vor dem Piercen sollte ein Personalausweis vorgelegt werden und wenn das 18te Lebensjahr noch nicht erreicht ist, darf ohne die Zustimmung eines Elternteils nichts gemacht werden. So mancher Piercer hat deshalb schon seine Zulassung verloren und musste sein Piercing Studio dicht machen.
Wenn alles geklärt ist und man sich für ein Piercing entschieden hat, (also was die Körperstelle für ein Piercing betrifft) sollte man sich umfangreich über geeignete Studios schlau machen. Neben sichtbarer Sauberkeit sollten alle verwendeten Instrumente einzeln verpackt sein und der Einsatz von Handschuhen zum hygienischen Standard gehören. Das Piercen darf unter keinen Umständen auf örtlichen Veranstaltungen, Festivals oder an einem anderen Ort ausserhalb des hygienischen Piercingstudios stattfinden. Viele haben solche Abentuerlichkeiten mit schweren Infektionen oder sogar schlimmen Krankheitserregern bezahlt.
In dem Studio wird die betreffende Hautsteller markiert und desinfiziert und die Haut wird anschließend von einer Zange fixiert. Die markierte Stelle wird dann mit einer Kanüle durchstochen. Danach wird das Piercingstück durch den neu entstandenen Stichkanal gezogen. Eine weitere zu überlegende Möglichkeit ist der so genannte Dermal Punch. Hierbei wird etwa ein acht Millimeter großes Hautstück herausgestanzt. Der bei Piercings verwendete Piercingschmuck besteht häufig aus Piercingstäben mit beidseitig angeschraubten Kugeln (Barbels) oder Ringe. Bei Erstpiercings wird häufig Titan eingesetzt.
Natürlich ist der Vorgang selbst nicht immer frei von gesundheitlichen Gefahren. Bei falscher Anwendung können Blutungen auftreten oder sogar im schlimmsten Fall Nerven durchtrennt werden. Nach dem Vorgan können auch allergische Reaktionen vorkommen. Leichte Entzündungen sind nicht ungewöhnlich, denn für den Körper ist jeder Einstich in den Körper erstmal eine Verletzung bis der Stichkanal vollständig abgeheilt ist. Um die Komplikationen so gering wie möglich zu halten, ist eine tägliche und richtig angewante Pflege von jedem Piercing extrem wichtig.
Zungenpiercings, Lippenpiercings oder andere Piercings im Mundraum wie Madonna Piercing und Medusa können nach mehrjähriger Tragedauer zu Schäden der Zähne und des Zahnfleisches führen. Offen getragene Piercings werden bei extremer Kälte gefährlich, denn lokale Erfrierungsreaktionen sind nicht selten eine Folge von Minusgraden.
Mittlerweile kann man mit einem Piercing kaum noch Aufsehen erregen, denn mittlwerweile hat man sich an diese Erscheinungen gewöhnt. Die meisten Menschen tragen selbst irgendwo ein Piercing. Ohrringe zählen zwar auch zu den Piercings, doch Menschen die nur Ohrringe tragen und ansonsten eher bieder eingestellt sind, können oft nicht verstehen, wie man sich so "verstümmeln" lassen kann, indem man sich die Haut durchstechen lässt. Oft werden Träger von anderen Piercings, die nicht zu den Ohrringen zählen dann von einem Ohrringträger gefragt, was man denn daran fände. Man wird bei dieser Frage dann noch seltsam angeschaut und begutachtet und eine Antwort wird tatsächlich wie es scheint mit Spannung erwartet. Ich persönlich mache dann einfach eine Gegenfrage. Ich antworte nicht darauf, sondern frage denjenigen oder diejenige einfach, warum er oder sie sich an den Ohrren hat piercen lassen. Was er oder sie dabei emfindet. Denn ein Ohrring sei doch auch ein Piercing und nur weil ich noch andere Körperstellen durchstochen habe, bin ich noch lange nicht anders. Mir gefällt einfach ein Piercing nicht nur am Ohrläppchen, sondern auch an anderen Körperstellen gut und kann daran nichts ungewöhnliches finden. Nur weil andere Arten von Piercings in der Westlichen Zivilisation noch nicht allzulange existieren, ist es doch trotzdem das gleiche. Es geht doch lediglich nur noch darum, diese noch neue Form der Körperverschönerung gesellschaftlich zu integrieren. Denn längst nicht nur Mitglieder von Randgruppen, auch Arzthelferinnen oder Banker haben Piercings. Neulich hat sich die Großmutter einer Bekannten noch ein Helix-Piercing stechen lassen und findet sich gut damit. Es ist also auch nicht immer eine Frage des Alters. Es gibt auch jungebliebene die noch am Leben richtig teilnehmen und sich neuen Dingen nicht verschließen. Ganz gleich ob es sich nun dabei um Piercins handelt oder zulegen eines Handys und das Versenden von SMS, sowohl das spieln mit Spielkonsolen und vieles mehr. Die Welte hat sich verändert, gehen wir doch alle mit, ganz egal ob jung oder alt. Die trendigen Accessoires sind schon lange nicht mehr nur ein trendiges Lifestyleobjekt sondern alltäglich geworden.
Seit ettlichen Jahren nehmen sich Frauen wie Männer Zeit und auch oft Schmerzen in Kauf, um den Körper zu verschönern und Vorzüge hervorzuheben. Wie heisst es doch so schön, wer schön sein will muß leiden und da ist wie ich finden auf jeden Fall etwas dran. Frauen betonen ihre Augen mit Wimperntusche und Kajalstift, legen Make up auf und oft werden sogar falche Wimpern angelegt oder die eigenen noch mit einer Wimpernzange vorm schmingen bearbeitet. Männer legen ein Rasierwasser auf, nachdem sie ihre Krawatte gebunden haben und immer öfter sehe ich auch Männer die ebenfalls ihre Augen mit Kajalstift dezent betonen. Dazu möchte ich betonen, das es sich bei den Männern die ich mit Kajalstift sah, nicht um homosexuelle Männer handelte. Diese Männer wirkten kein Stück feminin oder sonswie weiblich bzw. weibisch auf mich. Nein, diese Männer wirkten äusserst männnlich auf mich und man musste genau darauf achten, ansonsten bemerkte man einfach nur, das sie sehr schöne Augen hatten.
Früher begannen in unsere Umgebung Frauen sich an beiden Ohrläppchen stechen zu lassen, doch schon längst tun es auch die Männer einseitig oder beidseitig. Alle Maßnachmen, bis auf die Piercings sind doch sehr kurzweilig. Denn Schmuck wird wieder abgelegt, Make-up wieder entfernt, doch die meisten Piercings, läßt man doch an Ort und Stelle. Ohrringe werden bei manchen Menschen abends abgelegt, doch ansonsten legt kaum jemand seine Piercings ab. Damit ist meiner Meinung nach, irgendwie bewiesen, das Piercings mit der Zeit zu der Person die sie trägt einfach dazugehören. Man gewöhnt sich an seine Piercings und möchte sie nicht wieder missen. Wer schonmal ein Zungenpiercing hatte und es aus irgendeinem Grund, wie beispielsweise einer Op ausziehen musste, der weiß genau was ich meine. Aber im Gegensatz zu normalem Körperschmuck wie Ringe und Armbänder, kann hier nichts zuwachsen wie bei einem Piercing.
Jeder Mensch ist doch im Stande, den eigenen Körper mit temporären Veränderungen an aktuelle Schönheitsideale anzupassen. Piercingschmuck wird nicht selten nach geltenden Trends ausgewählt, Kleidung soll die figürlichen Stärken hervorheben und etwaige Makel retuschieren. Jeder möchte gut aussehen und um dieses Ziel zu erreichen, ist jedes oft sogar Mittel recht. Manche Menschen gehen noch einen Schritt weiter, in dem Bestreben ihren Körper zu verschönern. Die Seele wird dann buchstäblich nach außen getragen und wie auf einer Leinwand kann jeder Zuschauer erkennen, worum es dem Träger des Piercings geht. Abgrenzung oder Selbstverwirklichung sind nur zwei der zahlreichen Möglichkeiten für diese Art der Körperkunst.
Körperschmuck findet sich in verschiedenen Ausprägungen. Er ist aber immer mit einer zeitweiligen oder gar dauerhaften Veränderung des Körpers verbunden. Die Schönheitsindustrie bietet ihren Anhängern viele Möglichkeiten zur temporären oder gar immer währenden Verschönerung. Eine der beliebtesten Methoden ist das Piercing, bei dem verschiedene Körperstellen durchstochen und anschließend mit Schmuck verziert werden. Aber auch Tätowierungen zählen mittlerweile zu den gesellschaftlich akzeptierten Methoden, seine Haut schöner zu gestalten. Dabei bewerten Kulturen diese gestalterischen Maßnahmen ganz unterschiedlich. Während eine Tätowierung in vielen Stammesgesellschaften Kennzeichen für Ansehen ist, wird eine derart geschmückte Person hierzulande doch noch häufig mit zwielichtigen Milieus in Verbindung gebracht und ist Vorurteilen ausgesetzt.
Wie wir alle schlon längst wissen, wird schon sehr lange Schmuck nicht mehr ausschließlich im Ohr getragen. Aber selbst für Schmuck am Ohr gibt es ja mittlerweile die verschiedensten Möglichkeiten. Da Vielfalt ist ja viel größer geworden und reicht über den allseits bekannten Ohrring über die verschiedensten Ohrpiercings bishin zu gedehnten Ohrlöchern die man dann mit Strechern, Flesh-Tunneln und sogenannten Pflöcken schmückt.
Längst werden alle erdenklichen Körperteile von Augenbrauen über die Zunge, die Brustwarze, der Bauchnebel und und und werden mit Piercing Ringe und Piercing Steckern verziert. Während der Körperschmuck vor einigen Jahren nur von Randgruppen getragen wurde, sind Körperpiercings längst salonfähig geworden.
Allerdings sind sie nicht wie viele böse Zungen von Menschen die Veränderungen schäuen behaupten KEINE Erfindung von rebellischen Teenagern. Körperschmuck ist so alt wie die Menschheit und wurde zum Schutz vor Geistern, als Zeichen der Stammeszugehörigkeit oder einfach als Zierde getragen.
Bauchringe z.B. galten in Ägypten als Adelszeichen. Für römische Centurio waren Brustpiercings bzw. Brustwarzenpiercings nicht nur ein Zeichen der Männlichkeit, sondern sie dienten wahrscheinlich einem praktischen Zweck, denn an den Ringen konnten auch die weiten Mäntel befestigt werden. Was ich mir zugegebenermaßen als sehr schmerzhaft vorstelle und unvorstellbar finde. Aber soviel nur dazu. Ohrpflöcke bei den Azteken und Walfischknochen in den Wangen der Eskimos werteten die Träger tatsächlich gesellschaftlich auf.
In der heutigen Zeit können Piercings längst nicht nur den Metalldetektor am Flughafen irritieren. Wenn bei Piercings wichtige Regeln nicht beachtet, kann die Verschönerung schnell zum Alptraum werden. Nicht immer verheilen Piercings ganz komplikationsfrei. Sehr häufig, aber dennoch meist harmlos sind schwache Rötungen und Schwellungen und mehr oder weniger starke Schmerzen an der Einstichstelle. In der Regel sind leichte Rötungen ganz normal, denn jeder Einstich in den Körper ist nunmal zu allererst bis zur vollständigen Wundheilung eine Verletzung für den Körper. Doch wenn man sich an die Pflegehinweisungen hält und das Piercing nicht unnötig noch zusäztlich reizt, dann ist das bald vergessen und man kann sich an seinen neuen Piercing bedingungslos erfreuen.
Nicht ganz selten kann das gepiercte Hautgewege auch kurzfristig stark anschwellen, doch das ist noch kein Grund zur Besorgnis. Oft hilft da schon ordnungsgemäße Kühlung und das Auftragen von Salben und das vorherige Reinigen aus. Näheres dazu können Sie bei unseren Pflegehinweisen zu den einzelnen Piercingarten nachlesen. Wenn Sie bereits das Piercing haben stechen lasse, so wenden Sie sich mit Fragen am besten direkt an Ihren Piercer persönlich.
Eine seltene, aber nicht ungefährliche Komplikation ist das Erysipel, die Wundrose, die durch eine bakterielle Infektion mit Streptokokken verursacht wird. Neben einer starken Rötung treten Fieber, Schüttelfrost und Lymphknotenschwellungen auf. Das Erysipel muss mit Antibiotika behandelt werden, um langfristige Folgen wie die Entwicklung eines Lymphödems zu verhindern. Aufgrund möglicher Komplikationen sollten Piercings prinzipiell bei bekannten Herzklappenerkrankungen und Erkrankungen des Immunsystems nicht vorgenommen werden. Um Infektionen zu vermeiden, muss stets streng auf die Einhaltung der Hygienevorschriften geachtet werden. Falls keine Einmalnadeln verwendet werden, ist ein Sterilisationsgerät unerlässlich, denn nur das Sterilisieren der Instrumente verhindert die Übertragung von Krankheiten wie Hepatitis oder HIV. Abwischen mit einem Desinfektionsmittel reicht hier bei weitem nicht aus.
Eine weitere unangenehme Nebenwirkung ist die Entwicklung wulstiger, sogenannter hypertropher Narben, die zum Teil sehr auffällig und entstellend sein können. Ob diese Gefahr besteht, lässt sich nur schwer voraussagen. Auch wenn bereits mehrere Piercings gut verheilt sind, kann es beim nächsten Piercingschmuck zu Narbenwucherungen kommen. Dann hilft nur, den Piercingschmuck heraus zu nehmen und die überschießende Gewebewucherung durch Kortisongaben einzudämmen. Dazu kann der Arzt lokal eine kortisonhaltige Folie anwenden oder das Kortison direkt in die wulstige Narbe spritzen. Letzteres muss einmal wöchentlich, über 1 bis 3 Monate durchgeführt werden. Auch eine kryochirurgische Behandlung, das ist eine Behandlung mit flüssigem Stickstoff, kann hier erfolgversprechend sein.
Kontaktallergien sind vor allem wenn nickelhaltiger Piercingschmuck getragen wird, relativ häufig. Juckreiz, Rötung und Ekzeme in der umgebenden Haut sind in diesem Fall typisch. Doch auch sehr teure Piercings aus Gold oder Silber können zu Unverträglichkeiten führen. Es läßt sich an dieser Stelle nicht ausschließen.
Leider denken immer noch zu wenige Schwestern und Ärzte an den, nicht immer auf den ersten Blick sichtbaren Schmuck und nicht immer weist der Patient auf ein verstecktes Piercing hin, wenn er aufgefordert wird, allen Schmuck abzulegen. Doch das kann gefährlich werden. Die Magnetfelder bei einer Kernspintomographie können so groß werden, dass magnetischer Metallschmuck aus der Haut gerissen wird. Bei Kurzwellenbehandlungen oder bei der Anwendung von Hochfrequenzgeräten, z.B. im Rahmen chirurgischer Eingriffe, können sich die Metalle stark erhitzen und zu Brandverletzungen führen. Es sei denn es handelt sich um Piercingschmuck aus PTFE, doch ihr solltet da kein Risiko eingehen und lieber sämtlichen Schmuck am Körper entfernen. Den habt ihr doch danach sicher ratzfatz wieder drin. Wir hoffen hier, das es sich nicht um zich Piercings handelt:-) obwohl uns das natürlich optisch sehr gut gefällt.
Ein Nasenpiercing macht vor allem in der Schnupfenzeit Probleme. Das Naseputzen kann dann nämlich ziemlich schmerzhaft sein. Wird das Schmuckstück beim Schneuzen allerdings entfernt, entleert sich der Naseninhalt durch das Piercingloch, wenn es nicht richtig zugehalten wird. Das klingt jetzt nicht nur leicht ekelhaft, sondern das ist es durchaus in der Praxis:-(
Allerdings muß ich persönlich sage, ich habe mir mit 13 Jahren ein Nasenpiercing mit einer Ohrlochpistole stechen lassen. Heutzutage, auch wenn das noch keine Schaltjahre her ist, weiß man längst das eine Ohrlochpistole nicht geeignet ist, weder für Ohrlöcher noch für Nasenpiercings. Das ist jedoch ein anderes Thema und ich möchte jetzt nicht alzuweit ausschweifen. Also wie gesagt, habe ich mein Nasenpiercing seit meinem 13ten Lebensjahr. Mittlerweile bin ich cirka mitte 20, genau möchte ich als Mädchen hier doch nicht werden:-) Auf jeden Fall hatte ich mit Schnupfen noch nie ein solches Phänomän, das mir da der Schleim "igitt" aus meinem Piercingloch gekommen wäre. Ich nehme immer meinen Nasenstecker raus, solange ich Schnupfen habe, weil ich es ekelhaft finde, zu schneutzen mit Stecker in der Nase. Also keine Ahnung, ob das nur ein Gerücht ist, das beim Schnupfen das Zeug aus dem Stichkanal läuft wenn man keinen Piercingschmck drin hat. Wir haben davon schön öfter gehört und gelesen, jedoch habe weder ich noch ein Mitarbeiter, der auch Träger von einem Nasenpiercing ist noch jemand aus dem Freundes- oder Bekanntenkreis so etwas erlebt. Vielleicht war es den befragten auch einfach nur peinlich. Keine Ahnung, wir können keinem hinter die Stirn schauen, aber zumindest kann ich ganz ehrlich von mir persönlich behaupten, das mir all die Jahre nichts je aus meinem Stichkanal meines Nasenpiercings gelaufen wäre. Sollte das doch irgendwann einmal passieren, so werde ich mich an dieser Stelle umgehend korrigieren und alles gesagte wieder zurück nehmen. Das verspreche ich hiermit all meinen bisherigen und zukünftigen Kunden.
Mit Lippenpiercings ist das eine ganz andere Sache. Diese können nämlich tatsächlich die Zähne auf Dauer ruinieren und das ist leider keine Vermutung, sondern die Wirklichkeit. Aber das muß nicht zwangsläufig mit jedem Lippenpiercing passieren. Begünstigt ist es nunmehr bei Menschen die mit den Zähnen mit Ihrem Piercingschmuck spielen. Sei es mit dem Lippenpiercing oder dem Zungenpiercing. Doch das ist nicht bei jedem Material der Fall. Wir emfehlen deshalb für Lippenpiercings Piercingschmuck aus PTFE bzw. Bioplast. Denn dieser ist weich und beweglich und kann den Zähnen nicht das geringste anhaben. Man kann höchstens beim herumspielen mit den Zähnen den Stab des Piercings durchbeissen und dann Teile davon oder auch das ganze Teil verschlucken. Doch ist auch noch niemandem passiert den wir kennen, noch hat uns das ein Kunde mitgeteilt. Es besteht einfach nur die Möglichkeit und kann nicht ausgeschlossen werden. Doch wenn man etwas PTFE bzw. Bioplast verschluckt, sollte das keine weiteren gesundheitlichen Schäden hevorrufen und erstickt ist sicher auch noch niemand daran.
Doch hat man einen Piercingstab aus festen Edelmetallen als Lippenpiercing, so wird der Piercingschmuck ständig auf das Zahnfleisch gedrückt, was auf Dauer langfristige Schäden verursachen kann, denn es kann dadurch tatsächlich zu einem Abbau des Unterkieferknochens kommen.
Elektrische Phänomäne, die zwischen Kronen oder gewöhnlichen Zahnfüllungen und dem Metall von Piercingschmuck auftreten. Mit zum Teil massiven Schwellungen muss beim Zungenpiercing tatsächlich gerechnet werden. In dieser Zeit sind Essen und Sprechen leicht bis massiv erschwert. Durch das gewohnheitsmässige Spielen der Zungenspitze mit dem Zungenpiercing kann der Zahnschmelz stark geschädigt werden. Im schlimmsten, aber mehr als seltenen Fall kann beim Piercen der Zunge ein Geschmacksnerv getroffen werden. Wenn das passiert ist, können manche Geschmackseindrücke nicht mehr richtig wahrgenommen werden. Bei einem erfahrenen Piercer düfte das aber niemals passieren. Ich möchte euch mit diesen Zeilen keine Angst vor einem Zungenpiercing machen, sondern nur über die möglichen, wenn auch mehr als seltenen Gefahren aufklären.
Ich selbst bin stolzer Besitzer von einem Zungenpiercing. Seit meinem 16ten Lebensjahr trage ich nun fast täglich meinen Piercingschmuck im Mund. Doch ganz ehrlich, kann ich von mir sagen, das ich bisher noch keinerlei Schäden an meinen Zähnen und auch keine am Zahnschmelz habe die durch Piercingschmuck verursacht wurden.
Bevor ich mir mein Zungenpiercing habe stechen lassen, habe ich mich über die Piercingstudios die in der Umgebung lagen informiert. Das waren damals noch nicht wirklich viele, zumal ich ja noch auf dem Dorf aufgewachsen bin und damals noch minderjährig, das heisst also noch kein Autobesizter war. Von dem kleinen Dörfchen Stambach bzw. heute Contwig in der Pfalz bis zum nächsten kleinen Städchen waren es zirka 20 Minuten Busfahrt. Doch soweit mir bekannt ist, gab es damals noch kein Piercingstudio in dem kleinen Städtchen Zweibrücken. Der nächste Piercingladen mit der Möglichkeit sich die Zunge durchstechen zu lassen war in Saarbrücken. Das hieß für mich dann eine kleine Busfahrt bis zum nächsten Bahnhof, da in Stambach Ortsteil Contwig keine Haltestelle war, sondern man erstmal direkt nach Contwig musste. Von dort dann mehr als 30 Minuten Zugfahrt bis nach Saarbrücken und selbst dort war mir nur ein einziges Piercingstudio bekannt. Heutzutage sind Piercings ja nichts ungewöhnliches mehr und die Studios scheinen wie Pilze aus dem Boden zu schießen. Auf jeden Fall hatte ich von diesem Piercingstudio schon viel gehört, da sich ja jeder im Umkreis dort piercen lassen "musste", da es keine Alternativen gab. Ich hatte also trotzt der vielen Aussagen, nichts schlechtes gehört und entschloß mich dann, dort piercen zu lassen. Es lief alles korrekt ab. Sauber und steril usw. Das Piercen selbst habe ich kaum gespürt. Lediglich einen kleinen Pieks an der Einstichstelle merkte ich und dachte mir dann, daß gleich der große Schmerz kommen würde. Doch Fehlanzeige. Die Nadel war schon durch und direkt konnte der von mir ausgesuchte Piercingschmuck durchgezogen werden. Alles wunderbar. Nach meinen Erfahrungen kann ich also sagen, die Zunge ist butterweich und man spürt lediglich eine Millisekunde das Ansetzen der Nadel und dann nichts mehr. Es ist eigentlich kaum der Rede wert und ich bin weder ein Mensch der Schmerzen mag, noch bin ich schmerzunemfindlich oder sonstetwas in der Richgung. Im Gegenteil, ich kann ansonsten sehr emfindlich an meinem Körper sein. Also kann ich jedem die Angst vor dem Stechen eines Zungenpiercings beruhigt nehmen, der jemals welche hatte. Danach lief es bei mir so weiter, dass die Zunge erstmal gut anschwoll und sich der Piercingschmuck im Mund etwas seltsam und gewöhnunsbedürftig, aber auch gleichzeitig richtig cool anfühlte. Der Stab des ersten Piercings war ja viel zu lang. Doch wie sich in den nächsten Tagen zeigte, nicht ohne Grund und das war tatsächlich gut so. Am ersten Tag biss ich mir aus Versehen desöfteren auf den herausstehenden Stab und in den darauffolgenden Tagen passte der Stab fast wie angegossen. Die Zunge kann bis zum dreifachen anschwellen und daher ist es unbedingt erforderlich einen viel zu langen Stab nach dem Piercen einzusetzen. Ich muß gestehen, die nächsten Tage sabberte ich beim Sprechen regelrecht. Das Sprechen vor allem im Englisch-Unterricht war sehr zur Belustigung meiner Mitschüler, die losgeprustet hatten und ich regelrecht deren Unterdrückung des Lachens bemerkte, als ich mit dem Vorlesen an der Reihe war. Doch zwar fand das jeder ganz lustig, aber dennoch machte sich niemand darüber lustig. Ich selbst musste ja genauso lachen wie all die anderen, nur mein Englichlehrer fand das damals wenier amüsant. Also das "the" in sämtlichen englischen Wörtern wurde regelrecht von mir gespuckt, doch nach zirka drei Tagen gehörte das bereits der Vergangenheit an und nach zirka 8 Tagen hatte meine Zunge wieder ihre uhrsprünglichen Maße angenommen. Bereits am ersten Abend nach dem Piercen war mir klar, das ich das meiner Mum nicht wirklich auf Dauer verheimichen kann und wenn ich es ihr nicht direkt sage, dann wird sie es von selbst merken. Sie war bzw. ist zwar eine liebe und verständnissvolle Mum, doch das sie von einem Zungenpiercing nicht sonderlich beeindruckt war, war mir durchaus bekannt. Doch ich musste unbedingt eins haben, auch wenn das damals noch nicht sonderlich geläufig war. Aber im Studio hatte man es damals noch nicht sonderlich schwer sich ohne Einverständnis der Eltern piercen zu lassen, wie das heute garnicht mehr auszudenken wäre.
Jeder, der bisweilen nur den Stich am Ohrloch kennt, sollte unbedingt bedenken, dass Piercings an anderen Körperstellen mehr oder auch weniger schmerzhaft sein können und auch schneller oder viel langsamer verheilen. Meistens sind die Beschwerden bei Ohrringen nch virka zwei Wochen vorbei, bei einem Nasenpiercing können es bis zu vier Monaten sein (das habe ich mir sagen lassen, aber nach eigener Erfahrung hatte ich nicht mehr oder weniger Probeme als bei meinen Ohrringen) sein. Ein Piercing Bauchnabel kann durchaus tatsächlich bis zu einem halben Jahr Probleme machen, weil es an der Stelle ständiger Reizungen ausgesetzt ist. Die Haut ist dort nicht natürlich ganz anders, als am Ohrläppchen oder dem Nasenflügel. Durch gehen, setzen, aufstehen und bei eigentlich allen Körperbewegungen reizt man das Bauchnabelpiercing. Man kann sich das doch schön bildlich vorstellen, wie sich der Körper um das Bauchnabelpiercing bei Bewegungen bewegt und ständig mit dem Piercing in Berührung kommt. Auch die Kleidung kann am Piercing reiben, oder es kann sogar bei bestimmten Stoffen hängenbleiben usw. Ihr könnt euch sicher vorstellen, das jede einzelne Reizung an einer frischen Wunde nicht gerade dazu führt, das sie schneller abheilt. Nein im Gegenteil. Je mehr Reizungen in Piercing ausgesetzt ist, desto schwerer kann der Wundkanal heilen, weil er kaum zur Ruhe kommt.
Bei meinem Bauchnabelpiercing war ich in sehr jungen Jahren leider viel zu mutig, wenn ich es mal so ausdrücken darf und zu unvorsichtig und nahm alles auf die leichte Schulter. Sagen wir es mal so... Gepierct wurde ich nicht von einem professionellen Piercer. Da war schonmal mein erster Fehler. An dieser Stelle kann ich nur alle Jugendlichen ausdrücklich warnen. Ganz bestimmt bin ich kein totaler Spießer was Piercings betrifft, doch habe ich meinen Respekt davor und auch die ein oder anderen Erfahrungen am eigenen Leib machen können. Mein zweiter Fehler bestand daran, mich vorab nicht ausreichend zu informieren. Ich drehte in dem folgenden Tagen ständig am Piercingschmuck, schob ihn hin und her und drehte an der Piercingkugel. Desweiteren pflegte ich es falsch und die Reizungen waren natürlich viel zu groß. Beispielsweise pflückte ich immer vorsichtig die neu entstandenen Krusten ab usw. Kurz gesagt, bei meinem Bauchnabelpiercing machte ich sozusagen alles falsch, was man nur falsch machen kann. Angefangen vom Piercen mit Einwegkanülen vom (Jugend)-Deutschen-Kreuz, die hatten zwar saubere gut verpackte Kanülen, was alles super in Ordnung war, doch natürlich lernt man dort nicht das Piercen und sollte das unter keinen Umständen anvertrauen. An dieser Stelle nochmal danke an meine liebe Freundin S. (Du weisst ja wen ich meine:-) Ich erinnere mich immer wieder gerne mit einem lachenden und einem weinenden Auge, wie wir mit gefrohrenem Tiefkühlgemüse versuchten die Hautstelle schmerzunemfindlich zu machen. Das soll jetzt gewiss, keine Ermunterung zur Nachahmung sein, sondern vielmehr eine WARNUNG!!! Ich kann nur jeden davon warnen, das Studio nicht genauestens zu prüfen, den Piercer nicht genau unter die Lupe zu nehmen und alles andere was wir ausführlich geschrieben haben in anderen Infotexten zu speziell diesem Thema. Bitte lest euch vor dem Piercen unsere Texte zum Thema Piercingstudio und zum ersten Piercing und zu Fragen zu diesem Thema durch und holt euch bei Bedarf auch noch andere Informationen ein. Ihr solltet die Entscheidung mit einem Piercing niemals übers Knie brechen oder auf die leichte Schulter nehmen. Wenn ich mir vorstelle, meine liebe Schulfreundin hätte damals einen Nerv getroffen oder es wäre noch schlimmeres passiert... Ich hatte einfach nochmal Glück gehabt und bin noch mal mit einer übrig gebliegenen Narbe nach Tagen der Schmerzen, von den zweistündigen Schmerzen beim langsamen Durchbohren mit mehreren Pausen etc. mal ganz abgesehen. Mittlerweile sieht man die Narbe nicht mehr, was längst nicht das schlimmste wäre. Also, bitte niemals ähnlich hirnrissige Sachen machen, als ich in meiner Jugend. Bitte nur einen Profi mit sterilen Instrumenten ranlassen, der genau weiß was er tut und die nötige Ausbildung und Erfahrung hat.
Gerne könnt ihr uns eigene Erfahrungen zu eurem Piercing mitteilen. Ganz egal an welcher Körperstelle ihr gepierct seit. Wir freuen uns über jede Story, egal ob kurz oder lang. Wenn ihr dazuschreibt, das wir diese veröffentlichen dürfen, werden wir das hier auf unseren Seiten in diesem Shop sehr gerne tun. Schreibt dazu, ob es Anonym sein sol, oder ob wir euren Namen dazuschreiben sollen.
Übrigens, müsst ihr über unser Kontaktformular keine wirkich existierende Emailadresse angeben. Ihr könnt auch zum beispiel eine Adresse wie Beispiel@Beispiel.de angeben, oder anonym@anonym und auch das Wort "Anonym" anstelle eures Namens. Das hat zwar den Nachteil, das wir euch natürlich nicht antworten können, aber wenn ihr uns nur eine Geschichte zur Veröffentlichung zukommen lassen wollt ist das ja nicht zwingend von Nöten. Hauptsache es entspricht der Wahrheit, was ihr über euer Piercing oder eure Piercings berichtet.
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